Was viele über Tibet nicht wissen sollen

Unter diesem Titel veröffentlichte die - NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung
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ein Projekt gegen den schleichenden Verlust der Meinungs- und Informationsfreiheit
in ihrem Online-Flyer Nr. 148 vom 28.05.2008 einen Artikel von Hans-Detlev von Kirchbach zur
Aufklärung durch den China-Experten Ingo Nentwig in Köln – Teil II
nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12465:
Was viele über Tibet nicht wissen (sollen).

Komentar zu diesem Artikel:
Dieser Artikel beinhaltet eine ernstzunehmende Kritik an westlicher Medienberichterstattung. Allerdings hat diese Kritik ihrerseits auch viele Schwächen. So verschweigt der in diesem Artikel zitierte Ingo Nentwig, dass der chinesische Gebietsanspruch auf Tibet auf eine einseitige Annektierung Tibets durch den Manschukaiser Qianlong zurückgeht. “In das seit 1720/51 abhängige Tibet” (nach der Befreiung von den Dsungaren) “…verlegte man1790/1791 eine chinesische Garnison, die dort bis 1912 bestand.” Zitat wikipedia. Vorher bestanden lediglich mongolische Gebietsansprüche. Aus einer militärischen Befreiungs-Hilfsaktion wurden Besatzer.
Ein Unabhängigkeitsvertrag mit Tibet auf der Shimla-Konferenz 1914 scheiterte an der Nichtunterzeichnung Chinas. England erkannte seinerseits die Autonomie des äußeren Tibets an (siehe auch wikipedia).
Auch bezüglich der Einhaltung oder besser Nichteinhaltung des 17-Punkteabkommens seitens der Chinesen ließe sich hier noch ausgiebig diskutieren.

Was aber meines Erachtens in der ganzen Diskussion über das Für und Wider der westlichen Medienberichterstattung nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist nicht so sehr die Diskussion über die politische Situation Tibets, sondern über die Menschenrechtssituation dort.
So geht Herr Nentwig über die Verfolgungen, Inhaftierungen, Folterungen und Zwangssterilisationen an Tibeter/-innen hinweg.
Zwangsarbeit, keine Meinungs- und Religionsfreiheit, Zwangsumsiedlungen, stark eingeschränkte Zugangsfreiheit zu qualifizierten Berufen, Hanisierung, Zerstörung von Lebensumfeldern betrifft in China nicht nur die tibetische Minderheit, aber eben auch diese. Ich glaube nicht, wie Herr Nentwig, dass alle Angehörigen von Minderheiten mit ihrer Situation in der chinesischen Volksrepublik glücklich sind.
Der Dalai Lama hat sich immer für menschenwürdige Lebensbedingungen in Tibet und in der Welt eingesetzt - auch für Tibeter. Für diese Bemühungen wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Diesen ernsthaften Hintergrund sollte man bei allem Medienrummel nicht vergessen Herr Nentwig!



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