10. Oktober 2008

SAM VAN SCHAIK pflegt ein blog, in dem er von ihm selbst übersetzte alte tibetische Texte der Aurel Stein Sammlung des Britischen Museums aus Dunhuang veröffentlicht.
Auf seiner site earlyTibet.com will er ständig weitere Materialien zum Studium früher tibetischer Geschichte hinzufügen. (Beginnend mit dem tibetischen Reich - 7. bis 9.Jahrhundert - bis zur düsteren Zeit des 10.Jahrhunderts.)
Seine PhD Dissertation über die Werke Dzogchens über Jigme Lingpa hat Sam van Schaik im Jahr 2000 fertiggestellt. Sein Hauptinteresse ist gerichtet:
(i) the origins and early development of Tibetan writing,
(ii) dating the Dunhuang manuscripts using writing styles, and
(iii) identifying the handwritings of specific scribes.

(alle Bilder entstammen der site von Sam van Schaik)
18. September 2008
Die französische site: http://freetibet.fr/index.html setzt sich auf andere Art mit den Menschenrechtsverletzungen und der politischen Situation in Tibet auseinander. Sie zeigt in “66 virtuellen Ausstellungssälen” einen Querschnitt französischer Comiczeichner und Künstler in der Auseinandersetzung mit dem Thema Tibet:
Visite de l’exposition virtuelle
UN DESSIN POUR LE TIBET
19. August 2008
Tibeter landet wegen Dokumentarfilm in chinesischem Gefängnis
US Tibet Committee, 12. August 2008
„Leaving Fear Behind“ (auf Tibetisch: jigdrel) ist ein heroischer Film, der von Tibetern in Tibet aufgenommen wurde, die die Stimmen ihrer Landsleute zu den Olympischen Spielen in Peking hörbar machen wollten. Gerade jetzt, wo China im globalen Rampenlicht steht, möchten die Tibeter der Welt von ihrer Notlage berichten und ihrem tiefempfunden Leid unter dem chinesischen Regime. Das Filmmaterial wurde unter außergewöhnlichen Umständen aus Tibet geschmuggelt. Die Filmemacher wurden kurz danach festgenommen und befinden sich seitdem in Haft.
Weiter auf der site: http://www.tibet-cafe.net/eu/content/view/2516/1/
29. Juli 2008
Auf der site: http://libweb.uoregon.edu/ec/e-asia/read/roofofworld.pdf findet sich eine digitale Kopie des 1876 in Edinburgh bei Edmonston und Douglas erschienen Reiseberichts von Lieutenant-Colonel T.E.Gordon über eine Reise von Leh nach Yarkand und weiter nach Kashghar. Auch wenn die Reise in erster Linie der militärischen Erkundung diente, sind seine Beobachtungen von Land und Leuten ein historisches Zeitdokument dieser Gegend.
29. Juni 2008

Unter der Adresse: http://classiques.uqac.ca/classiques/vial_paul/les_lolos/vial_lolos.pdf
ist das historische Dokument des Missionars Paul Vial über die Lolos von 1898 im Netz als pdf zugänglich.
Auf 72 Seiten behandelt es in französischer Sprache Geschichte, Brauchtum, Sprache und Schrift dieser ethnischen Gruppe zu einer Zeit, da das Eindringen in das Gebiet der Lolos lebensgefährlich war.
16. Juni 2008
Im Eurasisches Magazin (Ausgabe 05-08) analysiert Andreas Gruschke die Hintergründe des Aufstandes vom März 2008.
Seines Erachtens brach der Aufstand überwiegend in Städten mit Gelugpa-Klöstern aus und wurde bereits zwei Monate vorher im indischen Exil angekündigt.
Mehr auf der site: www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20080505
5. Juni 2008
Am Montag, 2. Juni 2008, zeigte die ARD um 21.00 Uhr die Dokumentation “Todesangst in Tibet, Unterwegs in einem geknebelten Land”, einen Film von Jezza Neumann und Tash Despa.
(side: http://www.daserste.de/programm/tvtipp.asp?datum=02.06.2008
Diese mutige Reportage wurde vom NDR aufbereitet und auf 45 Minuten gekürzt. Sie zeigt mit ihren wenigen Fällen lediglich die Spitze des Eisbergs von Repressionen des chinesischen Staates gegen selbst kleinste Oposition seitens der Tibeter. Sie zeigt aber auch die extreme Überwachung Tibets durch chinesische Sicherheitskräfte.
Die Filmemacher haben in ihrem Film schon aufgrund ihrer eigenen illegalen Aktivitäten ein besonders waches Auge auf diese Überwachung.
In der Diskussion um westliche Medien-Berichterstattung argumentieren ihre Kritiker mit einer einseitigen Parteiergreifung für die sogenannte “Dalai Lama Clique” und der “verzerrten” Darstellung der chinesischen Seite mit ihren lediglich ordnungserhaltenden Massnahmen ihrer angestammten Rechte. Sicher ist einiges berechtigt an der Kritik der einseitigen Betrachtung, doch es bleibt die Frage offen, ob diese Kritiker nicht hinschauen, wenn aktuelle Bilder aus Tibet gezeigt werden? Die allgegenwärtige Präsenz von Ordnungskräften und Spitzeln selbst in harmlosen privaten Videos von Touristen ist nicht zu übersehen und deutet nicht auf Demokratie oder Freiheit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Kritiker in solch einem Land leben möchten, es sei denn sie partizipierten an den Privilegien dieser Machtpräsenz.
Als Kritik am Film von Jezza Neumann und Tash Despa kann man vorbringen, dass es fast unmöglich erscheint das Leiden der ehemals Inhaftierten, Gefolterten, Umgesiedelten, Zwangssterilisierten, an den Rand der Gesellschaft Gedrängten - kurz, der in die Aufmerksamkeit des jetztigen chinesischen Regims gekommenen (hier Tibeter) - denjenigen zu vermitteln, welche in Ländern leben, wo diese Willkür und Ungerechtigkeit nicht vorhanden ist. Und doch kann man bei genauer Betrachtung eine Ahnung davon bekommen.
Der Film ist nochmal zu sehen bei YouTube (in 5 Teilen):
http://virtualreview.org/china/zoom/607500/todesangst-in-tibet-unterwegs-in-einem-geknebelten-land-1-5
http://virtualreview.org/china/zoom/607620/todesangst-in-tibet-unterwegs-in-einem-geknebelten-land-2-5
http://youtube.com/watch?v=4bYFgB6mVt8&feature=related
http://virtualreview.org/china/zoom/607626/todesangst-in-tibet-unterwegs-in-einem-geknebelten-land-4-5
http://virtualreview.org/china/zoom/607758/todesangst-in-tibet-unterwegs-in-einem-geknebelten-land-5-5
3. Juni 2008
„Bei einer Abtrennung Tibets von China würden neue Minderheiten entstehen“ meint der Tibet-Experte Andreas Gruschke in einem Interview der neusten Ausgabe des Eurasischen Magazins
Gruschke erläutert dort, warum eine Loslösung von China viele andere Völkerschaften in Mitleidenschaft ziehen würde und weshalb ein instabiles Tibet allenfalls möglichen Gegnern Chinas nutzt, nicht aber den Tibetern selbst:
eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20080506
2. Juni 2008
Unter diesem Titel veröffentlichte die - NRhZ-Online - Neue Rheinische Zeitung
(- info@nrhz.de - Tel.: +49 0221 22 20 246 - Fax.: +49 0221 22 20 247 - )
ein Projekt gegen den schleichenden Verlust der Meinungs- und Informationsfreiheit
in ihrem Online-Flyer Nr. 148 vom 28.05.2008 einen Artikel von Hans-Detlev von Kirchbach zur
Aufklärung durch den China-Experten Ingo Nentwig in Köln – Teil II
nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=12465:
Was viele über Tibet nicht wissen (sollen).
Komentar zu diesem Artikel:
Dieser Artikel beinhaltet eine ernstzunehmende Kritik an westlicher Medienberichterstattung. Allerdings hat diese Kritik ihrerseits auch viele Schwächen. So verschweigt der in diesem Artikel zitierte Ingo Nentwig, dass der chinesische Gebietsanspruch auf Tibet auf eine einseitige Annektierung Tibets durch den Manschukaiser Qianlong zurückgeht. “In das seit 1720/51 abhängige Tibet” (nach der Befreiung von den Dsungaren) “…verlegte man1790/1791 eine chinesische Garnison, die dort bis 1912 bestand.” Zitat wikipedia. Vorher bestanden lediglich mongolische Gebietsansprüche. Aus einer militärischen Befreiungs-Hilfsaktion wurden Besatzer.
Ein Unabhängigkeitsvertrag mit Tibet auf der Shimla-Konferenz 1914 scheiterte an der Nichtunterzeichnung Chinas. England erkannte seinerseits die Autonomie des äußeren Tibets an (siehe auch wikipedia).
Auch bezüglich der Einhaltung oder besser Nichteinhaltung des 17-Punkteabkommens seitens der Chinesen ließe sich hier noch ausgiebig diskutieren.
Was aber meines Erachtens in der ganzen Diskussion über das Für und Wider der westlichen Medienberichterstattung nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist nicht so sehr die Diskussion über die politische Situation Tibets, sondern über die Menschenrechtssituation dort.
So geht Herr Nentwig über die Verfolgungen, Inhaftierungen, Folterungen und Zwangssterilisationen an Tibeter/-innen hinweg.
Zwangsarbeit, keine Meinungs- und Religionsfreiheit, Zwangsumsiedlungen, stark eingeschränkte Zugangsfreiheit zu qualifizierten Berufen, Hanisierung, Zerstörung von Lebensumfeldern betrifft in China nicht nur die tibetische Minderheit, aber eben auch diese. Ich glaube nicht, wie Herr Nentwig, dass alle Angehörigen von Minderheiten mit ihrer Situation in der chinesischen Volksrepublik glücklich sind.
Der Dalai Lama hat sich immer für menschenwürdige Lebensbedingungen in Tibet und in der Welt eingesetzt - auch für Tibeter. Für diese Bemühungen wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. Diesen ernsthaften Hintergrund sollte man bei allem Medienrummel nicht vergessen Herr Nentwig!